13. PsyFaKo Freiburg

Mittlerweile zum dreizehnten Mal trafen sich Psychologiestudierende zum gemeinsamen Austausch und Diskurs, aber natürlich auch zum gegenseitigen Kennenlernen und um zusammen zu feiern. Dieses Mal waren es Vertreter aus 20 Fachschaften, welche dem Ruf folgten und aus allen Teilen Deutschlands anreisten. Das Engagement aller Beteiligten zeigt, dass diese Konferenz den Nerv der Zeit trifft und Themen aufgreift, die vielen Studierenden am Herzen liegen. Themen waren diesmal u.a:

    • Weiterentwicklung der PsyFaKo
    • Klausuren
    • Psychotherapeuten in Ausbildung
    • Auslandserfahrung
    • Dialogorientiertes Serviceverfahren („neues ZVS“)
    • Master
    • Berufsfelder
    • Probleme der auslaufenden Diplomstudiengänge

Hier ist Link zur Fachschaft Freiburg

Hier gehts zum Protokoll

Bericht

Weiterentwicklung der PsyFaKo

Um der Gruppe neue Inhalte zu bieten, wurden Gäste der BVMD (Bundesfachschaftentagung der Mediziner) eingeladen, welche ihre eigene Struktur, Organisation und Arbeitsweise erläutern sollten. Da die BVMD schon viel länger existiert als die PsyFaKo, konnten so einige wertvolle Tipps weitergegeben werden. In Zukunft soll eine Zusammenarbeit zwischen beiden Gremien entstehen. So sollte ein Vertreter des KonRat zur Mitgliederversammlung der BVMD 2011 in Tübingen entsandt werden und umgekehrt ein Mitglied der BVMD zur PsyFaKo eingeladen werden. Nach dem Beispiel der BVMD wurde empfohlen, AGs einzuführen, welche zwischen den PsyFaKos langfristig inhaltliche Arbeit leisten. Die ersten zwei sollten sich den möglichen Berufsfeldern und der Durchsicht und Bündelung der alten Protokolle befassen. Diese Arbeit wurde vorerst wieder Erwins übertragen. Weiterhin diskutierte die Gruppe ausführlich über das Selbstverständnis des KonRat und Möglichkeiten zur Verbesserung seiner Arbeitsweise sowie über den Ablauf der Personalvorstellung und -wahl. Zu Letzterem soll vom KonRat ein Fragekatalog erstellt werden, mit dessen Hilfe sich potentielle Kandidaten für dessen Amt vorstellen können. Für die Zukunft wurde die Einführung eines „Abschiedsrituals“ bei der Entlastung des KonRat angeregt.

Klausuren

Die Art und Weise wie Klausuren geschrieben werden sollen, das heißt z.B. wie sie organisiert sind, auf welche Art Schwerpunkte abgefragt werden, wie die Anmeldung verläuft und die Prüfungstermine geregelt sind, ist ein Thema, welches alle Studierenden betrifft, jedoch an den verschiedenen Unis unterschiedlich gehandhabt wird – und dies nicht ohne Probleme. Innerhalb der Gruppe wurden die verschiedenen Organisations- und Gestaltungsmodelle von Prüfungen an den Unis sowie die Struktur und Ziele möglicher Prüfungsformate verglichen und sehr ausführlich diskutiert. Intrinsische Motivation, Interessenspotential und Eindeutigkeit in der Aufgabenstellung wurden für Klausuren als wichtig erachtet. Für die Inhalte der Diskussion und was als eine „gute“ Klausur zu gelten habe, wird an dieser Stelle auf das Protokoll auf der Homepage www.psyfako.de verwiesen. Bezüglich der Wahl des Prüfungszeitpunktes wird gefordert, pro Semester aus mindestens zwei Prüfungsterminen (geplanter Termin und Nachschreibetermin) den Erstpräferenztermin auswählen zu können. Die Abmeldung von der Prüfung soll dabei im Voraus ohne Attest möglich sein. Des Weiteren soll bei einer drohenden Zwangsexmatrikulation die Möglichkeit eines letzten Versuchs zur Rettung des Studiums durch eine mündliche Prüfung gegeben sein. Es sollen in jeder Veranstaltung klare Angaben der prüfungsrelevanten Literatur gemacht werden. Schließlich wird in Bezug auf die Art der Klausurstellung gefordert, dass das Verhältnis Power-Test-Anteile zu Speed-Test-Anteilen verändert wird. Der Anteil an Power-Tests soll erhöht und der Anteil an Speed-Tests reduziert werden. Als Thema für die nächste PsyFaKo bietet sich an, ein gemeinsames Instrument zur Evaluation von Lehre und Klausuren zu erstellen.

 

Psychotherapeuten in Ausbildung

Dieses Thema wurde auch schon auf vorangegangenen PsyFaKos behandelt, da es an seiner Aktualität nichts verloren hat. Zu Beginn wurde die Gruppe über den Stand der Ausbildung informiert und es wurden offene Fragen zusammengetragen. Daraufhin wurden vier Recherchegruppen gebildet: Die erste befasste sich mit der Verschreibung von Arzneimitteln, was auch später noch diskutiert wurde und ebenfalls ein Thema für eine kommende PsyFaKo darstellen könnte. Die zweite befasste sich mit dem Gesetzesentwurf (auch im Hinblick auf die Statements der letzten PsyFaKo). Die letzten beiden recherchierten Finanzierungsmöglichkeiten der Ausbildung und ein mögliches BAföG. Im weiteren Verlauf hatte die Gruppe durch den Erfahrungsbericht einer eingeladenen PiA die Möglichkeit, Informationen direkt aus erster Hand zu erhalten. Dies wurde von allen Teilnehmern sehr begrüßt. Weiterhin wurde festgestellt, dass schon eine Liste mit Ausbildungsinstituten existiert, zu finden unter www.bptk.de/links.html.

Außerdem wird an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, dass es zusätzlich schon ein PiA-Forum in Form einer bundesweiten Yahoo-Group gibt. Hier kann man sich anmelden, um ggf. weitere Informationen zu erhalten. An den KonRat erging dabei der Auftrag, alle Links auf der Homepage zu aktualisieren. Zur weiteren Arbeit wurde aus der Gruppe heraus eine eigene Projektgruppe ins Leben gerufen, welche ein Profil von Ausbildungsinstituten bzw. eine Liste mit Ausbildungsmöglichkeiten erstellen soll. Diese könnte auch als neue Arbeitsgruppe der PsyFaKo gelten. Als abschließender Auftrag erging an den KonRat, der austragenden Fachschaft als Themenvorschlag zu unterbreiten, dass das Verschreiben von Medikamenten für Psychotherapeuten in der PiA-Gruppe bei der nächsten PsyFaKo diskutiert werden könnte. Dazu sollten nach Meinung der Gruppe Experten eingeladen werden, z.B. im Rahmen einer Podiumsdiskussion.

 

Auslandserfahrung

Viele Studierende interessieren sich für ein Auslandssemester oder sogar ein Auslandspraktikum. Jedoch können dabei – auch aufgrund fehlender Information – organisatorische Probleme auftreten, durch welche der ungehinderte Fortlauf des Studiums gefährdet wird. Die Gruppe hat sich in mehreren Themenfeldern mit diesen Problemen und Möglichkeiten zu ihrer Lösung befasst. Für Auslandspraktika erging an den KonRat der Auftrag, von den FSen Informationen und Erfahrungsberichte einzuholen und im Forum eine Gruppe zu erstellen, wo diese gesammelt und so allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden können. Bezüglich der Anerkennung der im Ausland erbrachten Leistungen besteht das Problem, dass die ECTS häufig nicht übereinstimmen und unterschiedliche Studienordnungen bestehen. Deshalb wird gefordert, die Anzahl der ECTS innerhalb Europas für die Studiengänge Bachelor/ Master Psychologie im Sinne der Bologna-Reform anzugleichen. Weiterhin werden eine höhere Flexibilität und Kulanz bei der Anerkennung von Studienleistungen, die im Ausland erbracht wurden gefordert. (Die Forderung, dass die Studienordnungen vergleichbarer werden sollen, vor allem in den Grundlagenmodulen, um die Mobilität und die Anerkennung von Prüfungsleitungen im Bachelor- und Masterstudiengang Psychologie im In- und Ausland zu erhöhen, wurde auf die nächste PsyFaKo verschoben.) Die Gruppe hat folgend besprochen, wie der Rahmen für einen Auslandsaufenthalt an den verschiedenen Unis aussieht, und das Thema der Voraussetzung bestimmter Prüfungen, die diesen behindern. Dazu wird gefordert, dass der strukturelle Aufbau des Studiums ein Auslandssemester nicht behindert. Dies betrifft vor allem Fächer, die Voraussetzung für weitere Fächer sind, und zweisemestrige Module, die mit nur einer Prüfung abschließen. Ein Auslandssemester sollte nämlich nicht dazu führen, dass Kurse im darauf folgenden Semester nicht besucht werden können. Weitere besprochene Themen waren u.a. die Aufnahme neuer Uni-Partnerschaften sowie direkte Möglichkeiten der Auslandsberatung (FS und Institut). Als Abschluss verfasste die Gruppe eine Liste von 10 FAQs, welche der KonRat in eine im Forum zu erstellende Gruppe namens „FAQs bei Auslandsaufenthalten“ hochladen soll.

 

Dialogorientiertes Serviceverfahren („neues ZVS“)

Die neue zentrale Studienplatzvergabe ist ein Thema, welches für kommende Studieninteressierte von immenser Bedeutung sein wird. In Bezug auf die Organisation und Kriterien des Verfahrens besteht jetzt noch die Chance, unsere Interessen mit einzubringen. Die Gruppe hat sich hierzu ausführlich mit dem Thema beschäftigt und Vor- und Nachteile herausgearbeitet. Eine etwaige zentrale Studienplatzvergabe für den Master wurde diskutiert sowie Wünsche und Anregungen zum neuen Verfahren. Eine Recherche zu Verfahrensdetails wurde durchgeführt. Zuletzt wurde eine Stellungnahme verfasst, welche vom KonRat an www.hochschulstart.de, BV/ BDP, die FSen und Institute weitergeleitet werden soll. Das Serviceverfahren wird dabei von der PsyFaKo befürwortet. Gründe hierfür sind eine schnelle und effiziente Abwicklung des Vergabeverfahrens durch die zentrale Koordination (vorausgesetzt viele Universitäten nehmen teil). Dies verhindert zahlreiche Nachrückverfahren, was weniger unbesetzte Studienplätze zur Folge hat. Ein großer Vorteil wird außerdem darin gesehen, dass die Bewerber die Chance haben, in einem interaktiven und transparenten Prozess ihre Entscheidungen entsprechend dem aktuellen Bewerbungsstand einzubringen. Trotz der überwiegenden Vorteile bestehen aber folgende Anmerkungen: Es sollte sichergestellt sein, dass keine Auswahlkriterien von den Universitäten festgelegt werden können, die sich direkt auf das Bewerbungsverfahren beziehen. So muss zum Beispiel verhindert werden, dass eine Universität nur Bewerber berücksichtig, die diese Universität als erste Priorität angegeben haben. Zum Thema Datenschutz wird kritisch nachgefragt, wer Zugriff auf die Daten der Bewerber haben kann, wie lange diese gespeichert werden und ob für die Bewerber die Möglichkeit besteht, ihre Daten vollständig zu löschen. Eine übersichtliche und vollständige Darstellung der Bewerbungsfristen und Auswahlkriterien der verschiedenen Universitäten wird für unabdingbar gehalten. Für die Zukunft werden eine Mitwirkung von Studierenden bei der Konzipierung des Verfahrens und Einflussnahme auf die Festlegung der Auswahlkriterien der Universitäten gewünscht.

 

Master

Nach der Umstellung auf den Bachelor ist die Organisation des Masters eine logische und dringende Fortführung der Diskussion um die Zukunft unseres Studienfaches. Hierzu wurden spezialisierte Masterkonzepte der Unis miteinander verglichen sowie eine mögliche freie Seminarwahl zwischen Bachelor und Master bzw. Seminare aus dem Diplom im Master. Vor- und Nachteile des drei- oder vierjährigen Bachelors, Anwesenheitspflicht im Master, Bachelor in Regelstudienzeit und Startschwierigkeiten im Master wurden besprochen. Weitere Themen waren u.a. die Quotierung, Masterbewerbung und „Heimvorteil“. Als Ergebnis wird gefordert, dass die Kapazitäten im Fach Psychologie für Masterstudiengänge und Vertiefungsfächer so verteilt werden, dass sie der Nachfrage entsprechen bzw. dass die Vertiefungen nach Interesse und nicht nach Angebot an der Uni gewählt werden können. Die größte Sorge bezieht sich dabei darauf, dass besonders im klinischen Bereich ein Mangel an Masterplätzen besteht. Diese Stellungnahme soll durch den KonRat an den BDP und die DGPS weitergeleitet werden. Weiterhin wird gefordert, dass die Kapazitäten im Fach Psychologie für Masterstudiengänge und Vertiefungsfächer so verteilt werden, dass sie der Nachfrage entsprechen bzw. dass die Vertiefungen nach Interesse und nicht nach Angebot an der Uni gewählt werden können. Die größte Sorge bezieht sich dabei darauf, dass besonders im klinischen Bereich ein Mangel an Masterplätzen besteht. Die Gruppe spricht zuletzt allen FSen die Empfehlung aus, zur Unterstützung der Masterplanung (bzgl. genügend klinischer ECTS für die Psychotherapieausbildung) die Stellungnahme der DGPS zur Zukunft der Ausbildung von Psychotherapeuten zu lesen, welche im Internet verfügbar ist.

 

Berufsfelder

Diese Gruppe wollte sich darüber informieren, welche möglichen Beschäftigungsfelder  es für Psychologen noch außer der klinischen Richtung gibt. Die gesammelten Informationen sollten dann in einer geeigneten Weise aufbereitet und zu einer Datenbank zusammengefasst werden, die allen Interessierten zugänglich ist. Hierzu teilte sich die Gruppe auf drei Kleingruppen auf: Die Aufgabe der ersten KG bestand darin, das auf der letzten PsyFaKo zusammengetragene und folgend weiter erarbeitete Material zu sichten und aufzubereiten. Die zweite KG recherchierte weitere Berufsfelder. Die dritte KG erarbeitete eine Struktur, um die Informationen bündeln und vereinheitlichen zu können, und erstellte ein kostenloses Wiki nach den selbst gesetzten Vorgaben. Das als Endergebnis fertiggestellte Psychologie-Berufsfelder-Wiki findet sich im Internet unter: http://de.berufsfelderpsychologie.wikia.com/wiki         sowie als Link auf der PsyFaKo-Homepage. Die Gruppe soll auf der nächsten PsyFaKo ihre Arbeit fortführen. Bis dahin wurde einem Erwin die Aufgabe übertragen, das Wiki weiter zu pflegen und eventuell weiterzuentwickeln.


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