12. PsyFaKo Bielefeld

Mittlerweile zum zwölften Mal trafen sich Psychologiestudierende zum gemeinsamen Austausch und Diskurs, aber natürlich auch zum gegenseitigen Kennenlernen und um zusammen zu feiern. Dieses Mal waren es Vertreter aus 18 Fachschaften, welche dem Ruf folgten und aus allen Teilen Deutschlands anreisten. Das Engagement aller Beteiligten zeigt, dass diese Konferenz den Nerv der Zeit trifft und Themen aufgreift, die vielen Studierenden am Herzen liegen. Themen waren diesmal u.a:

  • Zulassung und Struktur im Master Psychologie
  • Psychotherapeutenausbildung und -Gesetz
  • Internationalität im Bachelor und Master
  • Herausforderungen im Zusammenhang mit den auslaufenden Diplomstudiengängen
  • Berufsfelder für PsychologInnen
  • Weiterentwicklung der PsyFaKo

Hier ist Link zur Fachschaft Bielefeld

Hier gehts zum Protokoll

Bericht

Zulassung und Struktur im Master Psychologie

Auch dieses Mal wurde das Themenfeld des Masters wieder in einer eigenen Kleingruppe besprochen. Ergänzend zum Protokoll der letzten PsyFaKo in Kiel wurden Erfahrungen bezüglich des Masters ausgetauscht. Dabei zeigte sich, dass die Zulassungsvoraussetzungen und allgemeinen Regelungen an den Unis sehr verschieden sind und ein Wechsel deshalb teilweise kompliziert ist (z.B. durch den Unterschied im 4zu1er-/ und 3zu2er-System). Um ein klareres Bild zu erhalten, sollten die Fachschaften hier noch einmal direkt angeschrieben und zu der jeweiligen Situation an den Universitäten befragt, sowie die Liste der Masterstudiengänge aktualisiert und ins Internet gestellt werden.

Desweiteren gelten an den Unis verschiedene Fristen für die Bewerbung auf einen Masterplatz, was zu Komplikationen bei der Platzvergabe führt. Dieses Problem soll auf der nächsten PsyFaKo weiter bearbeitet werden. Wünschenswert ist ein vergleichbares System an allen Hochschulen. So wäre ein angesprochener Lösungsansatz z.B. die Einführung eines zentralen Vergabeverfahrens. Hierzu ist geplant, für die nächste PsyFaKo Informationen zu sammeln, um daraus eine neue Kleingruppe organisieren zu können.
Im Verlauf der Diskussion teilte sich die Gruppe in zwei Untergruppierungen auf: In der Gruppe „Struktur“ wurden Probleme gesammelt und darüber diskutiert, ob diese nur unispezifisch seien oder alle Unis betreffen würden. In der Gruppe „Zulassung“ wurden allgemeine Überlegungen zu Verbesserungen angestellt und Forderungen entworfen, die dann im Plenum gemeinsam abgestimmt wurden. Diese hatten bundesweit einheitliche Regelungen rund um die Zulassung, einheitlich geregelte erreichbare bzw. gerechte Mindestanzahlen von Creditpoints, sowie
eine nachfrageorientierte Verteilung der Masterstudienplätze in den verschiedenen Master-Schwerpunkten zum Thema, letzteres mit
besonderem Hinblick auf die starke Nachfrage nach Schwerpunkten, die zur Psychotherapeutenausbildung befähigen. Diese Forderungen sollten später auch an den DGPS für die nächste Bologna-Kommission geschickt
werden.

 

Psychotherapeutenausbildung und -Gesetz

Wie auch bei den letzten Treffen befasste sich eine Kleingruppe mit der aktuellen Lage der Psychotherapie-Ausbildung und deren Gesetz. Hierzu wurden aus einer Fülle von thematischen Diskussionsvorschlägen einige Kernpunkte herausgesucht und eingehender bearbeitet um eine gemeinsame Grundlage zu aufzubauen. Da sich der Kleingruppenleiter gerade selbst mitten in der Therapieausbildung befand, bestand hier eine gute Möglichkeit, Informationen und Erfahrungsberichte aus „erster Hand“ zu bekommen. So wurde die Gruppe zu Anfang allgemein über die Ausbildung informiert, unter anderem über Inhalt, Dauer, Bezahlung,  Kosten, etc. Weitere Themen waren die Zugangsvoraussetzungen, der Unterschied zwischen dem Kinder- und Erwachsenenbereich, sowie Probleme, die während der Ausbildung auftreten können. Im Anschluss wurden die Forderungen der PiAVertretung in der BPtK (BundesPsychotherapeutenKammer) durchgearbeitet und der Gesetzesentwurf der BPtK zum PsyThG vorgestellt. Hierzu wurden vier Statements erarbeitet, welche später im Plenum verabschiedet wurden. Diese hatten Anmerkungen zur praktischen Tätigkeit 1 („Psychiatriejahr“), sowie eine Bezahlung dieser, die Zugangsvoraussetzungen in Bezug auf geforderte Fächer und allgemein in Bezug auf den Kinder- und Erwachsenenbereich zum Thema.
Wer aktuelle Informationen zur Reform sucht, kann sich auf www.bptk.de informieren.

 

Internationalität im Bachelor und Master

In der Diskussion innerhalb der Kleingruppe hat sich gezeigt, dass es mit der Umsetzung der versprochenen „Mobilität“ innerhalb Europas (noch) nicht so weit her ist. So bestehen z.B. Probleme bei Anerkennungsfragen und Zeitmanagement. Studierende, die sich für ein Auslandssemester entscheiden, sollten sich deshalb frühzeitig mit ihren Fragen an ihre jeweilige Fachschaft wenden. Die Fachschaften wiederum müssen sich besser über die Thematik informieren, damit sie geeignete Hilfestellungen leisten können. Ablauf und Möglichkeiten eines Auslandssemesters müssen sich verbessern, Uniformität und Vergleichbarkeit an nationalen und internationalen Universitäten wären wünschenswert. Das Problem dabei ist, dass sogar innerhalb Deutschlands die Pflichtfächer im Bachelor bis jetzt nicht klar und einheitlich definiert sind.

 

Herausforderungen im Zusammenhang mit den auslaufenden Diplomstudiengängen

Diese Kleingruppe hat sich mit den Problemen nach der Bachelor-/ Master-Umstellung befasst, die gerade Studierende betreffen, welche sich noch im auslaufenden Diplomstudiengang befinden. Weiterhin wurden auch allgemeine Probleme durch den Bachelor erörtert. Es hat sich herausgestellt, dass sich die Probleme an den einzelnen Hochschulen
stark unterscheiden. So werden z.B. an manchen Unis Diplomstudierende teilweise nicht zu Veranstaltungen zugelassen, wenn diese zu belegt sind. Gleichzeitig gibt es Beispiele, wo versucht wurde, eine akzeptable Lösung zu finden, so etwa Seminare für Diplomstudierende. Einige Unis führen zudem noch den Diplomstudiengang und brauchen Tipps, was beim Übergang zum Bachelor/Master-System beachtet werden muss. Da es nach unserer Ansicht eine rechtliche Grundlage dafür geben muss, dass jede/r Studierende sein Studium nach der Studienordnung beenden kann, unter der er/sie sein/ihr Studium aufgenommen hat, sind wir übereingekommen, dies anhand der Bundesgesetze und der spezifischen
Ländergesetze zu prüfen und zu veröffentlichen, damit so eine rechtlich fundierte Diskussionsgrundlage geschaffen werden kann. In der Folgezeit sollen tabellarische Übersichten möglicher Probleme und Lösungsansätze bezüglich der auslaufendem Diplomstudiengänge, sowie bezüglich der Bachelor-/Masterumstellung erstellt werden. Das Ergebnis findet sich dann auf der PsyFaKo-Homepage.

Berufsfelder für PsychologInnen

In der Kleingruppe wurden ein Brainstorming über verschiedene Berufsfelder der Psychologie durchgeführt und sich Gedanken darüber gemacht, wo und wie PsychologInnen eingesetzt werden könnten, vor allem auch in Hinblick auf ungewöhnliche und eher unbekannte Beschäftigungsfelder. Die Ergebnisse wurden strukturiert, nach zusammenhängenden Themenfelder sortiert und im Netz recherchiert. Es sollten konkrete Informationen für einen ersten Überblick und wenn möglich Anlaufstellen und Links benannt, sowie möglichst viele und breit gefächerte Berufsfelder aufgelistet werden, insbesondere solche, die sonst nicht so bekannt sind. Gegliedert wurden die Links nach folgenden Themen:
Wirtschaft; Pädagogik/ Beratung/ Medien; Neuropsychologie/ Kognitionspsychologie;
Technik/ Mensch-Maschine Interaktion/ Ergonomie/ Architektur/ Verkehrspsychologie/
Umweltpsychologie; Gutachten/ Forensik/ Kriminologie/ Konfliktpsychologie/ Notfallpsychologie;
Therapie und Schnittstelle Theologie/Psychologie.

Weiterentwicklung der PsyFaKo

Ein historisches Ereignis war die vollständige Festlegung zur Umstellung der PsyFaKo in einen Verein, was über mehrere Treffen vorbereitet worden war und jetzt konkret umgesetzt wird. Dadurch sollen einige Abläufe vereinfacht werden wie z.B. die Unterstützung der Finanzierung durch Spenden. Weitere Ideen der Gruppe waren, zur Qualitätsverbesserung des Wissenserwerbs externe Vorträge zu einem bestimmten Thema abhalten zu lassen, die Konferenz auf vier Tage statt der üblichen drei zu verlängern, sowie Einladungen auch an Fachschaften aus dem näheren europäischen Umland zu versenden (z.B. Österreich, der Schweiz oder den Niederlanden).


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