11. PsyFaKo Kiel

Schon zum elften Mal versammelten sich Psychologierstudierende zum Austausch, Diskurs, aber natürlich auch zum gegenseitigen Kennenlernen und um zusammen zu feiern. Mittlerweile ist die PsyFaKo zu einem Treffen von 25 Fachschaften aus allen Teilen Deutschlands angewachsen. Dies zeigt, dass diese Konferenz den Nerv der Zeit trifft und Themen aufgreift, die vielen Studierenden am Herzen liegen. Themen waren diesmal u.a.:

  • Bachelor und Master – Erfahrungsaustausch, Zulassung u.v.m.
  • Psychotherapeutenausbildung
  • Auslandsemester und Uniwechsel
  • Weiterentwicklung der PsyFaKo

Hier ist Link zur Fachschaft Kiel

Hier gehts zum Protokoll

Bericht

Bachelor und Master

Wie auf den letzten PsyFaKos nahm auch in Kiel die Bachelor/Master – Thematik einen großen Platz in den Diskussionen ein. Eine Kleingruppe sprach über die Struktur der Studiengänge an den verschiedenen
Universitäten sowie die Aufteilung der Module über die Semester hinweg. Auch der Zeitpunkt des Erwerbs des Abschlusszeugnisses, der teilweise nach dem Stichtag zur Masterbewerbung liegt, wurde besprochen. Außerdem wurde über die Auswirkungen des Bildungsstreiks diskutiert und verglichen, in welchen hochschulpolitischen Gremien Studierende an den jeweiligen Unis aktiv sind. Eine Übersicht bezüglich des letzten Punktes ist in Arbeit.

Eine zweite Gruppe beschäftigte sich v.a. mit der Anzahl der Studienplätze und der inhaltlichen Ausrichtung der Masterstudiengänge sowie den unterschiedlichen Vergabeverfahren der Masterplätze. Obwohl der Master an vielen Hochschulen erst in diesem Wintersemester startete, waren einige Probleme bereits im Vorfeld abzusehen. Unterschiedliche Verfahren und Anmeldefristen verkomplizieren die Bewerbungen deutlich. Es wurde ein Plan erstellt, auf dem alle Masterstudiengänge aufgelistet und direkt verglichen werden konnten. Dieser Plan wird in diesem Semester noch vervollständigt und auf www.psyfako.de veröffentlicht werden.

Auch die Berufsaussichten von Bachelor- bzw. Masterabsolventen wurden in einer eigenen Kleingruppe diskutiert. Ausgehend von den Protokollen der letzten PsyFaKos wurde v.a. über das Berufsbild des Bachelors und dessen Darstellung in der offiziellen Empfehlung des BDP gesprochen. Es bleibt weiterhin unklar, wie die Tätigkeit eines Bachelorabsolventen genau aussehen soll und welche Kenntnisse verlangt werden. Hier würde ein international anerkanntes und vergleichbares Zusatzzertifikat über die
behandelten Studieninhalte helfen. Außerdem wünschen wir uns vom BDP eine Stellungnahme bezüglich der Frage, ob der Bachelor überhaupt ein eigenes Berufsfeld braucht oder ob der Master verpflichtend für
alle Psychologiestudierende sein soll.

Eine weitere Kleingruppe beschäftigte sich mit der Erstellung eines Fragebogens zur Erfassung der allgemeinen Studiensituation der Psychologiestudierenden. Als Basis sollte ein Evaluationsfragebogen der Universität Trier dienen.

Psychtherapeutenausbildung

Ein wichtiges Thema für Psychologiestudierende ist die Reform der Psychotherapeutenausbildung, die auf dem 16. Psychotherapeutentag beschlossen wurde. Die Kleingruppe beschäftigte sich mit den “Vorschlägen der BPtK-Arbeitsgruppen zur Konkretisierung von Reformeckpunkten”, die im Februar 2010 erarbeitet wurden. Diese Vorschläge findet ihr unter: http://www.bptk.de/aktuelles/news/3422007.html.

Besonders die Vorgaben für die eingeschränkte praktische Tätigkeit in der Ausbildung wurden diskutiert. Eine staatliche Prüfung als Voraussetzung wurde kritisiert, da im Studium bereits benotete Nachweise der Leistungen erbracht werden. Wer aktuelle Informationen zur Reform sucht, kann sich auf www.bptk.deinformieren.

Fernweh – Auslandssemester und Uniwechsel

Viele Studierende haben irgendwann während ihres Studiums den Wunsch, ein oder zwei Semester in einem anderen Land zu verbringen. Doch oft stellt man fest, dass mit dem Bachelorsystem der Studienortwechsel eher schwieriger als einfacher wurde. Eine Kleingruppe beschäftigte sich mit diesem Thema und tauschte Informationen über die Durchführbarkeit eines Auslandssemesters an verschiedenen Hochschulen aus und sprachen auch über Alternativen zu ERASMUS, wie z.B. die Studyworld Messe (nächster
Termin: 20.-21.05.2011 in Berlin) oder DAAD Stipendien. Große Unterschiede zwischen den Hochschulen zeigten sich in der Anzahl der Partnerunis und -länder. Auch die Anrechenbarkeit der im Ausland erbrachten Leistungen variierte stark. Keine Universität hat die Möglichkeit eines Auslandsemesters bisher richtig in ihren Bachelor Strukturplan
eingebunden.

Doch nicht nur Auslandsaufenthalte können zum Problem werden. Durch die teilweise sehr unterschiedlichen Bachelostrukturen und Anmeldeprozeduren der Hochschulen ist auch ein Wechsel an einen anderen Standort innerhalb Deutschlands nicht immer leicht zu realisieren.
Um diesen zu erleichtern, könnten auf den Fachschaftsseiten Hilfestellungen (z.B. Wechselleitfäden) veröffentlicht werden. Erfahrungsberichte von erfolgreichen Wechselversuchen sollten in den Hochschulprofilen (HoPPsys) erfasst werden. Der KonRat erhielt den Auftrag, die Fachschaften zu bitten, solche Erfahrungsberichte auf ihrer Seite online zu stellen.

Die Weiterentwicklung der PsyFaKo

Auf der letzten Konferenz in Münster kam die Idee auf, aus der PsyFaKo einen eingetragenen Verein zu machen, um die Organisation der Konferenz sowie die Durchsetzung der Beschlüsse zu erleichtern. Daher wurde für Kiel eine Gruppe geplant, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt und Möglichkeiten prüft, wie dieser Schritt am besten vonstatten gehen könnte. Die Gruppe erarbeitete eine Satzung, über die im Plenum abgestimmt wurde. Das Plenum entschied sich für “PsyFaKo” als Namen des Vereins. Da die PsyFaKo jedes Semester in einer anderen Stadt tagt, wurde vorgeschlagen den Verwaltungssitz immer der austragenden Fachschaft zu übertragen, den Vereinssitz aber dauerhaft bei einer
Fachschaft zu belassen. Für diese Aufgabe hat sich die Fachschaft Dresden bereit erklärt. Somit wurden die ersten Schritte zur Gründung des neuen Vereins unternommen.

Doch es wurde auch über inhaltliche Änderungen der PsyFaKo diskutiert, z.B. ob die Konferenz verlängert werden sollte um Platz für Vorträge von Experten zu den einzelnen Themen zu ermöglichen. Auch eine internationale Ausrichtung der PsyFaKo wurde besprochen. So könnten Hochschulen aus Österreich und der Schweiz an den Konferenzen teilnehmen.

Im Vordergrund stand in Kiel sicherlich die bevorstehende Vereinsgründung. Auf der nächsten PsyFaKo wird aber sicher weiter über die Weiterentwicklung der Konferenz diskutiert werden.


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